Rechte Gewalt dokumentieren und archivieren: Erinnerung. Aufklärung. Sensibilisierung.
Wer dokumentiert eigentlich rechte Gewalt in Deutschland? Lange Zeit waren es fast ausschließlich nichtstaatliche Akteure: Medienschaffende und Gewerkschaftsmitglieder, antifaschistische Archive sowie Gedenk- und Recherche-Initiativen. Sie sammelten, was sonst verloren gegangen wäre. Die staatliche Überlieferung relevanter Akten aus Polizei- und Justizbehörden ist für die Dokumentation und Erforschung rechter Gewalt vielfach unzureichend. Erst nach der Aufdeckung des NSU entstehen staatliche Einrichtungen, die sich gezielt mit der dokumentarischen Aufarbeitung befassen.
Damit stellt sich eine Reihe drängender Fragen: Wer dokumentiert was, für wen und mit welchem Selbstverständnis? Wie werden die Perspektiven der Betroffenen angemessen berücksichtigt? Warum scheitern Zugänge zu relevanten Akten und wo klaffen Lücken in der Dokumentation? Was können staatliche und nichtstaatliche Akteure voneinander lernen, wo können sie kooperieren? Und: Wie werden Ergebnisse in die Öffentlichkeit vermittelt und an die spezifischen Zielgruppen herangetragen?
Diese Fragen wollen wir auf unserer Tagung diskutieren, mit denen, die es wissen müssen: Menschen aus Archiven, Initiativen, Wissenschaft und Behörden, die täglich an der Dokumentation rechter Gewalt arbeiten.
Die Tagung startet mit Grußworten und einführenden Vorträgen, am zweiten Tag folgen vier Panels mit kurzen Inputs und viel Raum für offene Diskussion sowie eine gemeinsame Abschlussrunde. Unser Ziel: eine lösungsorientierte Debatte anstoßen und die Akteure und Akteurinnen miteinander vernetzen.
Anmeldung bis zum 18. September 2026 unter dokumentationsstelle@la-bw.de
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie an beiden Tagen teilnehmen oder nur an einem.
Der Veranstalter macht von seinem Hausrecht Gebrauch. Personen, die durch
antisemitische, nationalistische, rassistische oder menschenverachtende Äußerungen
auffallen, werden von der Veranstaltung ausgeschlossen.