„Wiedersehen mit Brundibar“

Datum

Uhrzeit

Veranstaltungsort

Veranstalter*in

Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg

„Wiedersehen mit Brundibar“

Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft wie wir alle wissen leider nach wie vor ein großes Problem. Was dagegen hilft sind persönliche Begegnung und Bildung. Letztere bedeutet jedoch weit mehr als nur trockene Geschichtsbücher. Die Douglas Wolfsperger Filmproduktion bietet daher 2023/24 wieder Vorführungen des Kino-Dokumentarfilms „Wiedersehen mit Brundibar“ mit Regisseurgespräch an. Direkt im Anschluss lädt Regisseur Douglas Wolfsperger Sie herzlich, ihm Ihre Fragen zu stellen.

Informationen zum Film:
„Wiedersehen mit Brundibar“
Deutschland / Tschechien 2014, HD, CinemaScope, Farbe, 85 Minuten
Infos zum Film: https://douglas-wolfsperger.de/wiedersehen-mit-brundibar/
Trailer: https://youtu.be/uDozLeex1p0
Infos zum „Schulprojekt gegen das Vergessen“: https://douglas-wolfsperger.de/news/

Wiedersehen mit Brundibar

Holocaust? Nicht schon wieder, das war in der Schule schon oft genug Thema! Das ist in etwa die erste Reaktion der Jugendtheatergruppe der Berliner Schaubühne, als klar wird, dass als nächstes die Kinderoper „Brundibar“ gespielt werden soll. Und tatsächlich sind die Hintergründe um „Brundibar“, uraufgeführt im Ghetto Theresienstadt, missbraucht von den Nazis, um der Welt gegenüber die Zustände im KZ zu verschleiern, keine leichte Kost. Als die Jugendlichen nach Theresienstadt reisen, geraten sie dort aber doch langsam in den Sog der Geschichte, die sie bisher so herzlich wenig interessierte. Das liegt nicht zuletzt an ihrer Mitreisenden Greta Klingsberg, einer charismatischen alten Dame aus Israel, die eine der wenigen Überlebenden der Originalbesetzung von „Brundibar“ ist und den Jugendlichen die Scheu vor den Schrecken der Vergangenheit nimmt. Schnell wird klar, dass sie mehr verbindet, als ihnen bewusst war, und zur „Brundibar“-Premiere in der Schaubühne sitzt Greta im Publikum, tief berührt von der Darstellung ihrer Freunde in „ihrem“ Stück.

Schulprojekt gegen das Vergessen

Wie kann es gelingen, sich das Unvorstellbare vorzustellen? Das Thema Holocaust bleibt aktuell, doch das Grauen durch Lehrbücher und schwarz-weiß-Fotos zu fassen fällt vielen Schülerinnen und Schülern verständlicherweise schwer.
Um nicht zu vergessen muss die Relevanz des Themas begreiflich werden. Dies gelingt am besten, wenn man die Geschichte durch die Augen von jemandem sieht, der sie erlebt (oder in diesem Fall: überlebt) hat. Der Dokumentarfilm „Wiedersehen mit Brundibar“ schafft eine Auseinandersetzung mit diesem schwierigen Thema auf sehr lebensnahe Weise. In der Geschichte der persönlichen Begegnung der Jugendlichen der Berliner Theatergruppe „Die Zwiefachen“ mit der Holocaust-Überlebenden Greta Klingsberg finden sich Schülerinnen und Schüler in hohem Maße wieder, wie bisherige Schulaufführungen zeigen. Die Kinderoper „Brundibar“ wurde 1944 im Ghetto Theresienstadt mit ihr in der Hauptrolle uraufgeführt, die „Zwiefachen“ adaptieren diese Oper und schaffen so einen ganz praktischen Bezug der Vergangenheit zur Gegenwart. Auf unkomplizierte Weise vermittelt der Film, was es eigentlich bedeutet, nicht zu vergessen: dass wir alle Teil derselben Geschichte sind. Da es immer seltener Möglichkeiten gibt, noch persönlich mit Überlebenden zu sprechen, werden Filme wie „Wiedersehen mit Brundibar“ ein immer wichtigerer Bestandteil der Erinnerungskultur.
Aus diesem Grund bieten wir 2023/24 die Möglichkeit zur Filmvorführung für Schulklassen an. In Anwesenheit des Regisseurs laden wir die Schülerinnen und Schüler im Anschluss zum Filmgespräch ein.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner