Eine haarige Angelegenheit – Warum Haare politisch sind

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Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg

Eine haarige Angelegenheit – Warum Haare politisch sind

Was kann Haar, was soll es, darf es und wofür steht es? Was uns auf Kopf, Beinen oder im Gesicht wächst, mehr oder weniger Pflege bedarf und uns bisweilen zu Berge steht ist weit mehr als nur Haar. So können Frisuren, Rasuren oder auch die Frage, wo Menschen behaart oder glatt sind, Ausdruck politischer Einstellungen sein. Auch ein Blick in die Geschichte unterstreicht die gesellschaftspolitische Aussagekraft und das Protestpotential, z.B. in Hinblick auf die Haarkultur von versklavten Menschen. Welche Bedeutung haben Haare in Bezug auf Themen wie Rassismus, Empowerment, Widerstand und Geschlechtergerechtigkeit heute? Diese Fragen werden aus migrantischer, post-migrantischer und queerfeministischer Perspektive diskutiert. Die Veranstaltungsreihe „Neue Deutsche Analysen“ wird seit 2019 als Kooperationsprojekt der Heinrich-Böll-Stiftung und der W3_Werkstatt für internationale Kultur und Politik angeboten und findet halbjährlich statt. In unseren „Analysen“ werden gesellschaftspolitische Fragen aus (post)migrantischer Perspektive diskutiert. Dabei bringen wir unterschiedliche gesellschaftliche Stimmen  aus Wissenschaft, Politik, Kultur oder Boulevard miteinander ins Gespräch.

Moshtari Hilal ist bildende Künstlerin, Autorin und Kuratorin und lebt in Hamburg. Sie studierte Islam- und Politikwissenschaft mit den Schwerpunkten Gender und post- und dekoloniale Studien an der Universität Hamburg, der Freien Universität Berlin und der SOAS Universität in London. Sie ist Mitbegründerin des Kollektivs AVAH (Afghan Visual Arts and History) und des Forschungsprojekts CCC (Curating Through Conflict with Care) in der ngbk in Berlin. Gemeinsam mit Sinthujan Varatharajah veröffentlichte Hilal das zweisprachige Gesprächsbuch “Englisch in Berlin – Ausgrenzungen in einer kosmopolitischen Gesellschaft” bei Wirklichkeit Books im September 2022. Varatharajah und Hilal wurden mit dem Förderpreis für Kritik der Lessing-Akademie in Wolfenbüttel für ihre gemeinsame Arbeit ausgezeichnet. Im Jahr 2023 war Hilal Villa Serpentara Stipendiaten der Jungen Akademie der Künste in Berlin. Ihr essayistisches Buch “Hässlichkeit“ erschien September 2023 im Hanser Verlag und wurde mit dem Hamburger Literaturpreis für Sachbuch 2023 ausgezeichnet. Im September 2024 wird “Hässlichkeit” auf Italienisch bei Fandango und auf Englisch im Februar 2025 bei New Vessel Press veröffentlicht.

Abina Ntim ist Gründerin von JONA. Abina gründete JONA, um eine Antwort auf den Mangel an Know-How, Services und Produkten speziell für Afrohaare und Locken in Deutschland zu bieten. Ihr hat es früher gefehlt, dass jemenschwusste, wie mensch mit ihren Haaren umgeht, ohne sie chemisch zu glätten. Deshalb ist es Abin wichtig, auch solche Themen in ihren Workshops aufzugreifen. Dazu gehört auch, vielen Teilnehmer*innen die Unsicherheit zu nehmen, ihre natürlichen Haare zu tragen. Vor allem Kinder sollten die Möglichkeit haben, von Anfang an mit einem guten Verhältnis zu ihren Haaren aufzuwachsen, sodass erst gar keine Selbstzweifel entstehen.“

Die Veranstalter*innen behalten sich vor, Personen mit rassistischen oder anderweitig menschenverachtenden oder diskriminierenden Äußerungen von der Veranstaltung auszuschließen.

Hinweis zur Teilnahme: Der W3_Saal ist über einen Treppenlift zu erreichen und verfügt über eine Toilette, die mit Rollstuhl zugänglich ist.

Die Veranstaltung ist Teil des W3_Projekts [in:szene] und findet statt in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung.

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